CHI ::: SAILING LOG
Monday, October 20, 2003
21. Oktober 2003
inzwischen haben wir bereits den 21. oktober und wir sind noch immer in new york. vielleicht fragt sich der eine oder andere "warum fahren die nicht endlich"? uns waere es auch lieber wenn wir bereits wieder in der warmen sonne floridas rumhaengen koennten. aber oft kommt es anders als man denkt.
einer der gruende ist bob, "bob the welder" wie sie ihn hier nennen.
bei meiner suche nach einem guten schweisser fuer unser bimini dach ist immer wieder bobs name aufgetaucht. ein erfahrener aluminium schweisser soll er sein, der beste weit und breit. also termin vereinbart und auf ihn gewartet. nach 2 stunden warten gebe ich auf. als er sich am nachmittag des gleichen tages dann doch meldet, treffe ich ihn bestens gelaunt. er war beim angeln und hat vergessen. muss man doch verstehen. wir vereinbaren dass er das material besorgt und sich in einer woche wieder meldet. dann helfe ich ihm bei der arbeit damit das ganze nicht zu teuer wird. nach 20 tagen erreiche ich ihn endlich und wir vereinbaren fuer donnerstag nachmittag mit den arbeiten zu beginnen. er kommt auch puenktlich und hat 2 lange aluminium stangen auf seinem autodach. und damit hat sichs auch schon. er hat weder aluboegen zum anschweissen, noch eine rohrbiegemaschine oder sonst irgendetwas vorbereitet. er drueckt mir einen 10 zentimeter dicken katalog in die hand, sagt er hat leider keine zeit gehabt und ich soll mir die aluboegen selber irgendwo besorgen. wenn ich sie dann habe will er mir gerne helfen das ganze zusammenzuschweissen.
stinksauer verlasse ich bobs werkstaette und fahre mit dem dinghi zum boot zurueck. auf dem weg dorthin sehe ich dass nick auf seinem boot ist und schaue bei ihm vorbei. ich schildere ihm meine lage und den ganzen frust den ich habe. als erstes schenkt er mir einen grossen rum ein und nach dem dritten hat er die goldenen idee. er ruft seinen alten freund peter an. peter white hat eine firma die riesenoefen und riesengefrieranlagen baut. so ungefaehr 10 x 10 meter gross, und 7 meter hoch. peter ist selber segler, kennt meine not und meint nur - ja dann komm einfach morgen frueh vorbei und wir schauen was wir tun koennen.
seine firma ist allererste sahne. alles picobello in ordnung. modernste maschinen, ein grosses lager an verschiedenen rohren und profilen, und vor allem auch einen arbeiter der damit hervorragend umzugehen versteht. um 1500 uhr ist das komplette alu biminidach fertig, ausserdem haben wir gleich noch einen neuen brenner fuer unseren gasgriller aus alu gebaut. jetzt hiess es nur noch das riesending - ca. 4x1,5x1,5 meter - irgendwie die 12 meilen zum boot zu schaffen. auch das gelang dann ueberraschend problemlos und noch am selben abend konnte ich den rahmen fuer das bimini dach montieren.
an einem tag zu tode betruebt, am naechsten ist die welt wieder mehr als nur in ordnung. peter white wollte nicht mal eine bezahlung fuer das material und den arbeiter akzeptieren, auch so was gibts.
unsere aufenthaltsgenehmigung ist inzwischen auch schon wieder abgelaufen. somit hiess es fuer uns raus aus amerika. also, wie schon vor 3 monaten ein leihauto gemietet und ab nach canada, diesmal nach montreal. eine wunderschoene altstadt mit vielen sehr interessanten lokalen hat uns fuer die entsetzliche kaelte die uns dort empfing, entschaedigt. den weg ueber die grenze wollten wir wegen der komplizierten gesetzeslage wieder mit einem greyhound bus, also einem oeffentlichen verkehrsmittel machen. und es klappte wieder einwandfrei. wir haben wieder fuer 3 monate, bis mitte januar, die aufenthaltsgenehmigung. wir hoffen aber stark dass wir sie nicht so lange brauchen werden.
gestern waren wir segeln.
alle sagten ihr spinnt bei dieser saukaelte und diesem starken wind. wir waren nicht mit unserem schiff, sondern mit einem wunderschoenen alten schoner aus dem jahre 1929 unterwegs. bei 30 knoten wind mit so einem alten schiff am hudson river ist eine echt tolle sache. auch wenn wir danach voellig durchgefroren waren, jede sekunde auf dem schiff war ein erlebnis. die alte massive einrichtung - marmorbad, geflieste kueche, mahagoni ohne ende, messing soweit das auge reicht - ebenso wie natuerlich das segeln selber.
diese woche werden wir wohl hoffentlich auch bei unserem eigenen schiff wieder segel setzen koennen.
Posted by chico @ 04:46 PM CST [Link] [2 comments]
Monday, October 6, 2003
Montag 7. oktober 2003
recht kuehl ist es in den letzten tagen in new york geworden. trotzdem werden wir noch ca. 2 wochen brauchen bis wir wieder in den sueden aufbrechen koennen. zu viele dinge sind noch zu erledigen, bevor es weitergehen kann. einen der wichtigsten punkte haben wir am wochenende erledigt. die verabschiedung von unseren lieb gewordenen freunden. endlich konnten auch wir wieder einmal eine party schmeissen. in den letzten monaten waren wir ja sehr oft bei diversen festen eingeladen. natuerlich hat sich dann unsere veranstaltung dann doch erheblich von den amerikanischen unterschieden. allein schon wegen des essens - wo gibt es sonst auf amerikanischen partys gulasch mit serviettenknoedel? oder knoblauchaufstrich, liptauerkaeseaufstrich, und aehnliche fuer die amerikaner unbekannte spezialitaeten.
eine andere oesterreichische veranstaltung dieses wochenende war der red bull flugtag. nach wien zu fahren war uns immer zu weit, jetzt sind wir halt nach new york zu den crazy fliegern. obwohl, fliegen kann man das ganze ja nicht nennen, sondern nur von der rampe huepfen, kugeln oder was auch immer. lustig wars auf jeden fall.
hurrican isabel hat uns zum glueck verschont. ausser wind mit 40 knoten war hier nichts zu merken. wir sind am tag vor dem eintreffen zum boot gefahren und haben alles bewegliche fest verzurrt, die segel abgeschlagen und unter deck verstaut, den aussentisch abmontiert, die sitzbaenke verraeumt, dem dinghi die luft ausgelassen und weggepackt, sowie alle oeffnungen doppelt kontrolliert und verschlossen. im nachhinein wissen wir jetzt dass es nicht notwendig gewesen waere, aber wenn die zugbahn des hurricans ein wenig anders verlaufen ......., besser einmal zu oft alles verstaut als einmal zu wenig.
wie uns der oesterreichische general konsul in washington erzaehlte sind er und viele andere rund um washington nicht so glimpflich davon gekommen. neben den allgemeinen verwuestungen mit ueberschwemmungen, entwurzelten baeumen, schlammassen usw. hatten er und viele andere haushalte bis zu einer woche keinen strom. das ist fuer den ungeuebten energieabhaengigen eine verdammt lange zeit. der hauptgrund fuer unseren washington besuch lag neben unserer aufwartung in der oesterreichischen botschaft, die geburtstagsfeier der in washington lebenden cousine elenas. dabei lernten wir sabine kennen, eine producerin fuer die fernsehsender n24, sat1, pro7 usw. sie lud uns fuer den naechsten tag zum sender ein. fuer uns waren neben den studios der gang auf das dach des gebaeudes ein hoehepunkt. von dort werden die life reportagen ueber das weisse haus gesendet, mit dem absolut besten blick von oben auf den praesidentensitz. kaum waren wir auf dem dach erschienen, schon kamen auf den umliegenden gebaeuden die sicherheitsbeamten zum vorschein und nahmen uns mit ihren ueberdimensionierten fernrohren in augenschein. mit sicherheit sind wir jetzt in ein paar us-datenbanken gespeichert.
ein anderer grund unseres washington besuches war der gang zur kubanischen interessensvertretung. offizielle botschaft kubas gibt es in amerika natuerlich nicht, und so ist die interessensvertretung in der schweizer botschaft untergebracht. wir wollten uns ein visum fuer unseren geplanten kuba besuch abholen. wir verzichteten aber dann doch darauf als uns der sehr freundliche beamte mitteilte, dass es nur 2 monate nach ausstellung gueltig ist. allerdings wird es noch 2 monate dauern bis wir nach kuba kommen, und dann waere das visum schon wieder abgelaufen. wir werden das ganze dann kurzfristig von florida aus erledigen.
unseren ersten besuch haben wir auch bekommen. segelnde freunde aus england, die wir in charleston getroffen haben, und die mit ihrer hallberg rassy 36 den sommer in maine verbrachten, haben uns aufgesucht. pam und dick sind bereits wieder auf den weg in den sueden, in die waerme.
wir hoffen dass der wetterbericht haelt was er fuer die naechsten tage versprochen hat - waermeres wetter und altweibersommer.
Posted by chico @ 07:26 PM CST [Link] [No Comments]