CHI ::: SAILING LOG
Donnerstag 16. September 2004
Als wir nach New York kamen haben wir gewusst, dass es diemal viel Arbeit fuer uns gibt. Dass es aber soviel wird, haben wir uns nicht gedacht.
Gleich in der Woche nach unserer Ankunft praesentierte Elena ihre neueste Schmuckshow. Auf Karibiksand, zwischen Muscheln und anderem Meerestieren konnten die geladenen Gaeste ihre Designerstuecke bewundert. Dies war dann der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Bestellungen, an denen sie jetzt taeglich bis meistens nach Mitternacht arbeitet.
Viel mehr Freizeit habe ich auch nicht. In der Frueh bis gegen 1000 bin ich meistens als Bike Kurier unterwegs. Firmen die kleine Pakete, Gegenstaende oder Briefe schnell zu einem anderen Ort bringen wollen, rufen sich einen Bike Kurier, der dann fuer ein paar Dollars das Zeug an die gewuenschte Adresse liefert. Das haelt mich einigermassen fit und macht unglaublich Spass, ist aber nicht ganz ungefaehrlich. Um im New Yorker Morgenverkehr schnell zwischen all den verrueckten, hastenden Menschen und Taxis voran zu kommen, riskiert man oftmals mehr als gut ist. An Verkehrsregel, Vorrangregeln, rote Ampeln, Einbahnstrassen oder aehnliche hinderliche Beschraenkungen, haelt man sich hier grundaetzlich nicht.
Danach gehe ich auf eine meiner Baustellen und arbeite dort als Wohnungsrenovierer. Wenn man ueber oesterreichische Handwerker und deren Qualitaetsarbeit ein wenig Bescheid weiss, dann wundert man sich wieso sich die Amerikaner solche Arbeiten gefallen lassen. Es ist unglaublich wie schlechte, schlampige, unvollstaendige, nicht funktionierende Arbeit hier geboten wird. Das ist natuerlich gut fuer mich, so ist es nicht schwer zu Auftraegen zu kommen.
Selbstverstaendlich goennen wir uns dann und wann auch ein Wochenende. Ein deutscher Freund, den wir in den San Blas kennen gelernt haben und der hier bei BMW arbeitet, hat uns in seinem privaten Flieger auf die Insel Nantucked mitgenommen, wo er ein Haus besitzt. Nantucked ist eine richtige Nobel Insel, alles ist doppelt so teuer wie sonst, alles ist sehr beschraenkt und wird genauestens kontrolliert. Die Haeuser zum Beispiel muessen alle im gleichen Stil mit den gleichen Fassaden gebaut werden. Es gibt keine Geschaeftsketten (wie McDonald usw.), alles nur kleine elegante Laeden.
Besonders spannend fuer uns war der Flug mit dem kleinen Huepfer. Peter liess uns beide ans Steuer und wir konnten einem Flieger zeigen, wie easy das fuer einen Segler ist. Naja, immerhin hat er gesagt es sind schon schlechtere Hilfspiloten geflogen.
Am Samstag war dann Super Wind. Nach fast 10 Jahren stand ich das Erste Mal wieder auf einem Surfbrett. 4,7er Segel, 90 Liter Brett, und ab ging die Post. Nach einer Stunde kam ich an den Strand zurueck, meine Unterarme waren hart wie Beton, ich war ziemlich fertig. Da half nur noch Essen und Trinken, eine kleine Massage und eine Pause. Ich war verwundert dass alles noch so halbwegs funktionierte, aber die Hauptsache war dass wir Spass hatten.
Derzeit verfolgen wir sehr genau die Serie von Hurrikans die ueber die Karibik und die USA ziehen. Wir sind froh dass wir St.George die Hauptstadt Grenadas, das zu 60% zerstoert ist, noch in seiner ganzen Pracht gesehen haben, ebenso wie Teile im Westen und Sueden Cubas, sowie in Jamaica. Unser Boot steht ja in Panama und dort war der letzte Hurrikan vor ueber 200 Jahren. Es gilt dort also als Hurrikan-sicher, aber man weiss ja nie. Ivan verliert gerade seine Kraft ueber dem Amerikanischen Festland, waehrend Jeanne ueber der Domonikanischen Republik wuetet und Karl suedwestlich der Kap Verden an Kraft gewinnt.
Posted by chico @ 09:19 PM CST [Link] [No Comments]