CHI ::: SAILING LOG
Sunday, September 14, 2003
Sonntag 14. September 2003
seit dem letzten Eintrag ist es schon ein weilchen her. und das hat einen guten, bzw. schlechten grund. unser laptop hat den geist aufgegeben. irgend ein virus hat ihn heimtueckisch hinterruecks ueberfallen und aus wars. ein freund hier arbeitet seit einer woche daran das ding wieder zum laufen zu bringen und tatsaechlich hat er sich schon wieder geruehrt. ein paar stunden sind sicher noch zu investieren bis er wieder laueft, aber die hoffnung lebt. an dieser stelle ein danke an hannes, robert und gerhard die mir cd's zur wiederbelebung geschickt haben.
new york fashion week. die reichen und die angeblich schoenen sind in der stadt. in ueber 100 modeschauen aller bedeutender modehaeuser der welt, werden diese woche die neuesten creationen vorgefuehrt. atil kutoglu, der in wien lebende tuerkische, und derzeit bekannteste "oesterreichexport" in sachen mode, meldete sich anfang der woche, weil er dringend einen netten platz fuer die vorbereitungen zur show brauchte. als er aber erklaerte was er alles hier im buero einrichten moechte - 2 naehmaschinen mit naeherinnen, 6 grosse kleidertransportwagen, er selber, 2 helfer, ein paar models zum fitten, und, und, und - (das alles sollte neben dem normalen buerobetrieb ablaufen), da mussten die plaene dann doch geaendert werden. immerhin hat uns das eine einladung zur fashionshow eingebracht.
gestern war es dann so weit. die show an sich und das ganze rundherum waren ja sehr nett, aber ganz ehrlich - von den models war zumindest ich doch sehr enttaeuscht. ausser duenn mit nix dran (2 ausnahmen) hatten die nicht viel zu bieten. das theater das um die stars und sternchen gemacht wird ist auch bei einer oscarverleihung nicht anders. bodyguards, haufenweise wichtigtuer die man alle leicht austricksen kann (einfach oesterreichisch reden und sagen dass man da dazugehoert und einen wichtigen job hat) schon kommt man fast ueberall rein, auffahrt der stars nicht mehr mit weissen stretchlimosinen, sondern mit schwarzen vans, das gekreische der zuschauer - alles sehr beeindruckend.
Eli war diese woche wieder einmal beim zahnarzt. bereits in sardinien musste sie eine wurzelbehandlung ueber sich ergehen lassen. dabei wurde der zahn mehr oder weniger provisorisch verschlossen. bereits in grenada, also vor einem halben jahr, ist eine ecke rausgebrochen. als jetzt noch ein zweites stueck weggebrochen ist, war der zahnarztbesuch nicht mehr zu umgehen. vorsichtig wie amerikanische aerzte sind wurde als erstes alles ordentlich betaeubt, bevor sich der bohrer ans werk machte. alles ging gut. keine schmerzen und wenn die versprechungen des doktors halten, dann sollte eine weile ruhe sein.
inzwischen ist unser neues vorsegel geliefert worden. der segelmacher - er traeumt selber von einer weltumsegelung - hat aus mitleid mit uns armen fahrtenseglern ein schwereres segeltuch genommen. dann hat er uns noch ein reparaturmaterial geschenkt und als es ans bezahlen der rechnung ging hat er den preis kaum zu nennen gewagt. fuer das vorsegel war natuerlich ein fixpreis ausgemacht, zusaetzlich haben wir auch das hauptsegel reparieren und ausbessern lassen, das war mehr arbeit als erwartet.
ich bin derzeit mit seekarten kopieren und ausfaerben schwer beschaeftigt. neue seekarten sind einfach zu teuer und wir versuchen wo immer es geht uns karten auszuleihen. dann werden diese karten im naechsten copyshop kopiert und zuhause entsprechend den originalen ausgefaerbt. dabei lernt man schon vorab die zukuenftigen gebiete ein wenig kennen und findet oft auch sehr interessante eintraege. so steht zb. auf einer karte der galappagos inseln "isle Darwin is reported to lie about 2 miles north of its charted position". auf gut deutsch heisst das soviel wie die kartographen wissen nicht genau wo die insel liegt, sie kann genauso gut 2 meilen(3,7 km)!!!!!! weiter noerdlich liegen. da fragt man sich schon wozu man dann ueberhaupt eine karte hat wenn die vermesser nicht einmal wissen wo eine ganze etwa 400 meter lange insel liegt.
hurrican isabel ist auf dem weg nach amerika. und seine staerke und zugbahn macht uns ein wenig nervoes. isabel ist ein hurrican der staerke 5, das ist die hoechste kategorie. vor 10 tagen ist fabian vorbeigerauscht, allerdings weit genug am atlantik um hier auch nur bemerkt zu werden. kein wind, keine wellen, keine schaedn. diesmal siehts nicht so gut aus. donnerstag oder freitag sollte isabel eintreffen. unsere hoffnung ist ein tiefdruckgebiet ueber dem amerikanischen festland, das von west nach ost, also gegen den hurrican zieht. wenn dieses tief stark genug ist um den wirbelsturm entsprechend abzulenken, dann wird sich auch isabel auf den atlantik verziehen und uns in ruhe lassen. wir werden sehn und warten. falls notwendig koennen wir in 2 stunden beim boot sein und zusaetzliche anker und vertaeungen ausbringen.