CHI ::: SAILING LOG

Monday, July 28, 2003

Montag 28. Juli 2003


wir stehen in der warteschlange an der grenze von canada nach amerika. vor uns wird einem dunkelhäutigen die einreise verwehrt und er wird nach canada zurückgeschickt. meine hände werden feucht. unsere aufenthaltsgenehmigung für die usa läuft morgen ab.
da wir die offizielle einreise bereits über die us-virgin islands vor 3 monaten gemacht haben, müssen wir diese jetzt verlängern. dazu gibt es 2 möglichkeiten. erstens man stellt sich den ganzen tag beim zuständigen amt an, zahlt 140,-- dollar/person und wenn der beamte gut aufgelegt ist gibt es die verlängerung. wenn nicht, darf man nach hause fahren. wir haben die 2. variante gewählt.
zu den niagara wasserfällen, an der grenze canada - usa wollten wir sowieso fahren und haben daher die us$ 280,-- für die verlängerung lieber in ein mietauto investiert. 8 stunden autofahrt (die durchschnittsgeschwindigkeit ist hier doch etwas niedriger als in europa) in denen wir die umgebung new yorks ein wenig kennenlernten bringen uns zu diesen enormen wassermassen. und es ist ungeheuer beeindruckend. wir dachten im vorfeld wasserfälle haben wir schon ziemlich viele gesehen, ob da ein unterschied ist?? aber es ist ein unterschied und zwar ein gewaltiger. 90 % der wassermengen fließt auf der canadischen seite, und dort ist im kleinformat eine mischung zwischen hollywood, las vegas und disney land entstanden. für uns gings weiter nach toronto.
am abend open air concert und ausstellung mit spezialitäten aus aller herren länder, am nächsten tag die altstadt mit sehr europäischen stil, das stadtzentrum ultramodern. toronto hat sich uns als eine ausgesprochen schöne, interessante, und abwechslungsreiche stadt präsentiert.
zurück über die grenze gings dann im greyhound bus. wir wollten auf jeden fall vermeiden wieder mit einem privatfahrzeug (diesmal das auto) einzureisen und sind vorsichtshalber auf den bus umgestiegen. vielleicht war es unser glück dass gerade vor uns jemand abgewiesen wurde. als wir an die reihe kamen sagte der beamte gerade zu seinem kollegen "so i have done my job for today". die einreiseprozedur war dann für uns auch in wenigen sekunden vorbei. wir dürfen jetzt bis 18. oktober in den usa bleiben. "CHI" hat ja ohnehin das permit für 1 jahr bekommen.

am wochenende sind wir meistens am boot, während der woche in new york. die leute die wir so treffen sind immer sehr angetan von unseren geschichten und alle wollen dann am wochenende mitfahren. so ist es immer recht lustig und voll am boot. der nachteil dabei, wir kommen zu keinerlei arbeiten am schiff und werden den besucherstrom in zukunft ein wenig eindämmen müssen.

die internationalität hier in new york ist gigantisch. wir waren vor kurzem auf einer geburtstagsfeier. 10 personen (ohne uns), und das aus 10 verschiedenen nationen. ein australier, ein inder, eine deutsche, eine amerikanerin, ein russe, eine argentinierin, eine österreicherin, eine koreanerin, ein tscheche und eine südafrikanerin. jeder spricht ein anderes englisch, die einen gut die anderen schlechter, jeder einen etwas anderen slang, aber hauptsache wir hatten spass zusammen. danach gings noch zum karaoke bis die stimmbänder versagten. und wer meine und elis sangeskünste (hahaha) kennt der weiss wie die anderen gelitten haben.

Posted by chico @ 12:23 PM CST [Link]

Monday, July 14, 2003

Montag 14. Juli 2003


New York hat uns in sich aufgesaugt. wir lernen den rhythmus der stadt. nach ruhe und beschaulichkeit gewöhnen wir uns an die hektik und den speed der grossen stadt. manchmal sitzen wir auf einem mauersimms und beobachten die passanten und fragen uns wie lange es noch dauern wird bis wir auch wieder von einem punkt zum nächsten im laufschritt hetzen, wie lange es noch dauern wird bis wir unsere innere ruhe, die wir im letzten jahr gefunden haben, wieder verlieren werden. und doch gibt es auch ein ganz anderes amerika. das amerika am wochenende. wenn sie irgendeine möglichkeit haben dann flüchten sie aus der stadt und suchen die erholung und entspannung, die ruhe, wollen ihren stress des büroalltags vergessen.

wir versuchen uns hier dem internationalen durcheinander so gut es geht anzupassen. es gibt ja kaum manhattener, sondern ca. 90% der leute hier sind von irgendwo in der welt zugewandert. wir machen uns das beim essen gehen zu nutze und probieren jedesmal lokale, die spezialitäten aus verschiedenen ländern anbieten. so waren wir bereits thailändisch, japanisch, koreanisch und chinesisch essen. dies ist auch eine der wenigen möglichkeiten mit einem kleinen budget hervorragend hier zu überleben. geht man "normal" essen so muss man mit etwa us$ 40,-- bis 70,-- je person rechnen, wir schaffen es mit 5,-- bis 20,-- auszukommen.

4. juli, der amerikanische unabhängigkeitstag, wird hier natürlich gross gefeiert. und der höhepunkt ist ein feuerwerk der superlative am east river. und wie es sich für die amis gehört schiessen sie nicht ein feuerwerk in die luft sondern gleich 4 davon. absolut gleichzeitig, auf die zehntelsekunde genau, explodieren die raketen parallel zueinander. und da gibt es explosionskreationen die fast unvorstellbar sind. riesige wasserfälle, herzen, smilies und, und, und....

das schiff ist inzwischen sicher in longisland in der huntington bay, bei der ortschaft northport an der mooring von harry mayer, hatte österreichische großeltern, vertäut.
die fahrt dorthin war ziemlich aufregend. der knackpunkt ist dabei das sogenannte hells gate. und der name sagt eigentlich schon alles. hells gate ist der streckenabschnitt zwischen east river und long island sound. wenn man zum falschen zeitpunkt dorthin kommt, kann es leicht passieren dass man gegenströmung mit bis zu 6 knoten, dazu starke strudel gleichmässig verteilt über die ganze engstelle, hat. und hier scheitern nicht nur kleine boote, sondern sehr oft kommen auch grosse, starke schiffe in schwierigkeiten. nun sollte es sich zeigen ob wir unsere lektionen mit dem berechnen der tiden im intracoastal waterway gelernt haben oder nicht. und es klappte wie am schnürchen. wir hatten von unserer boje am hudson river in richtung süden die strömung mit uns, ab dem zusammenfluss von hudson mit east river hatten wir die strömung richtung norden mit uns. und im gefürchteten hells gate schafften wir es auch mit 2,6 knoten strömung von hinten durchzurauschen. es gibt an jedem tag nur 2 mal etwa 1,5 stunden wo das so genau passt.
vor dem liegeplatz in northport hat uns dann schon carmine, ein sehr charmanter einheimischer, mit seinem dingi empfangen und uns sicher zu unserer boje geleitet. carmine lebt in einem kleinen haus ganz in der nähe und schaut während der woche, wenn wir uns in new york befinden, auf unser schiff.

Posted by chico @ 09:41 AM CST [Link]

Wednesday, July 2, 2003

Mittwoch 2. Juli 2003


inzwischen ist schon wieder fast eine woche vergangen, seit wir NEW YORK City erreicht haben. von Chesapeak (bei Norfolk) sind wir in einem durch am atlantik bis nach new york gesegelt. der wetterbericht sagte 3 tage schönwetter mit wenig wind und danach wieder gewitter und schlechteres wetter voraus. so haben wir uns entschlossen das schöne wetter zu nutzen und zu segeln.
donnerstag am späten nachmittag war es dann soweit. wir haben die einfahrtsbetonnung von new york vor uns. um 1700 faellt der anker nur etwa 300 meter hinter der freiheitsstatue beim statue of liberty park. kurze zeit später kommen elis schwester und ein paar freunde zur begrüssung an bord. sie bleiben über nacht und wir feiern bei einem barbeque das erreichen unserer zweiten grossen etappe nach der karibik.
freitag sehr früh morgens werden die anker geborgen und wir fahren den hudson river nördlich bis zur 79.street marina, wo das boot für 1 woche an eine mooringboje gehängt wird. leider ist die sicht wegen des morgendunstes sehr schlecht und wir können die skyline von manhattan kaum ausmachen. der extrem starke schiffsverkehr verhindert aber ohnehin dass wir uns zu sehr auf die stadt konzentrieren. im slalom fahren wir zwischen all den tankern, containerschiffen, coast guard booten, privatyachten die zur arbeit fahren, schubverbänden sowie einer unmenge von hochgeschwindigkeitsfähren, die ohne rücksicht auf andere verkehrsteilnehmer nur eine gasstellung kennen.

beton, lärm, autos, hubschrauber, menschenmengen, trucks, hupen, hochhäuser, glas, polizeisirenen, hitze, fast food, und yellow cab. das sind die ersten eindrücke die wir gierig in uns einsaugen.
das genaue gegenteil von dem was wir in den letzten wochen hatten. nach der stille und dem überangebot an natur bin vor allem ich, der ich das erste mal in new york bin, völlig überwältigt.
nach 2 tagen weiss ich. new york gefällt mir. you love it or you hate it - so heisst es immer und das stimmt genau.
am sonntag war die 5th avenue abgeriegelt - parade, genauer gesagt gay-parade.
unglaublich welche schrägen vögel da unterwegs waren. schillernde kostüme wie beim carneval in rio waren ebenso selbstverständlich, wie homosexuelle abordnungen der polizei, feuerwehr oder der krankenschwestern (und brüder). etwa 80 lesbische motorradfahrerinnen auf ihren maschinen, stolze eltern von homosexuellen söhnen, transvestiten usw. das angebot brachte jedes spektrum das man sich nur vorstellen kann. 4 stunden, bis zum ende haben wir gerne ausgeharrt um dieses vergnügen zu beobachten.

seit mai hat new york für eli einen einzigen winzigen haken. nicht nur in allen öffentlichen gebäuden und restaurants, jetzt auch in den bars, gilt absolutes rauchverbot. das heisst für eine tschik muss man vor die tür gehen.

am samstag werden wir das boot nach huntington, auf long island, überstellen. dort können wir unser schiff sehr kostengünstig eine zeitlang an einem gut geschützten platz stehen lassen. die preise für die marinas hier in new york sind alles ander als billig. allein die boje für eine woche kostet us$ 150,--. dafür hat man nichts dabei ausser wasser. man kann nicht einmal duschen. und alle anderen marinas sind sowieso teurer.

Posted by chico @ 01:35 PM CST [Link]


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