CHI ::: SAILING LOG
Inzwischen hat wieder die Regenzeit angefangen. Das hat wie alles im Leben Vor- und Nachteile. Der groesste Vorteil der Regenzeit, man hat meistens Wasser in Hülle und Fülle, und das Boot ist nicht versalzt, sondern immer schön mit Suesswasser gespült. Und man hat meistens auch genügend Wasser um die Wäsche problemlos an Bord zu waschen. Außerhalb der Regenzeit und bevor wir den Wassermacher hatten, fuhren wir öfters mal in einen Fluss oder entnahmen das meistens ein wenig abgestandene Wasser eines Wasserloches auf einer der Inseln für die Wäsche. Die Nachteile sind nicht unerheblich. Wann immer man das Boot verlässt muss man alle Fenster schließen. Die Regenschauer kommen oft sehr, sehr schnell und heftig und man erreicht auch von der nur 100 Meter entfernten Insel das Boot nicht mehr rechtzeitig um einen Spülung des Bootsinneren zu verhindern. Wenn man dann aufs Boot zurückkommt ist die Luft im Inneren extrem heiß und stickig da durch die geschlossenen Luken kein Luftaustausch mehr möglich ist. Gemeinsam mit dem Regen kommt sehr oft auch für kurze Zeit ein sehr heftiger Wind aus allen möglichen Richtungen. Man muss also beim Ankern den doppelten Abstand der Kettenlänge einhalten. Sehr schwere Boote mit langem Unterwasserschiff bewegen sich nur langsam während wir mit unserem verhältnismaessig leichten Katamaran und dem Stummelkiel kaum Wasserwiderstand bieten und extrem schnell herumdrehen wenn der Wind aus der „verkehrten“ Richtung kommt. Während also das schwere Boot praktisch eine zeitlang auf der Stelle verweilt, schwingen wir schon herum und können dabei sehr leicht in ein zu nahe verankertes Boot krachen. Leider sind die geschützten Ankerplätze zwischen den Riffen oft ungenügend groß um alle Boote in entsprechend sicherem Abstand zu Verankern. Mit den Regenschauern sind sehr häufig Gewitter verbunden. Bei den ersten Blitzen heißt es sofort das Funkgerät und das GPS abklemmen, das Satellitentelefon und den Laptop schnappen und alles in einen Aluminium Koffer verstauen. Dort sind die elektronischen Geräte wie in einem Farraday’schen Käfig gegen Stromschläge geschützt. Wir kennen etliche Boote bei denen der Blitzschlag nicht direkt erfolgte, sondern nur in der Nähe ins Wasser einschlug, und dennoch alle nicht geschützten Geräte zerstört wurden. Viele Segler verwenden auch das Backrohr oder eine mit Aluminium Folie umwickelte Schachtel, an Stelle eines Alu-Koffers.
Wir werden auch oft gefragt, nicht nur von zu Hause gebliebenen, sondern auch von anderen Seglern, was wir mit dem Müll machen. Nun, die Müllentsorgung funktioniert sehr einfach. Nicht wie in Österreich, indem man alles in eine der vielen Mülltonnen wirft, denn eine Müllentsorgung gibt es in Panama (und vielen anderen Ländern) nur in den groesseren Städten. An Bord wird grundsätzlich alles organische wie Obst- und Essensreste sofort ins Meer geschmissen, wo es innerhalb kürzester Zeit von Tieren gegessen oder von Mikroorganismen zersetzt wird. Durch die hohen Temperaturen und die Hohe Luftfeuchtigkeit würden sich im Abfalleimer innerhalb kürzester Zeit Maden und andere lustige Kleintiere entwickeln. Vom enormen Gestank und den Fliegen und Mücken einmal ganz abgesehen. Alle Kunststoff-, Verpackungs-, Holz- oder sonstigen brennbaren Abfälle werden von Zeit zu Zeit am Strand verbrannt. Das klingt für den gelernten Österreichischen Müllsammler furchtbar ist aber sicher die umweltschonendste Möglichkeit dem Problem Mist Herr zu werden. Es gibt eigentlich nur 2 Materialien wo keiner einen Weg weiß wie man das am Besten entsorgen könnte. Metall und Glas. Daher hat es sich so eingebürgert dass leere Gläser und Dosen in tiefem Wasser, über 50 Meter, versenkt werden. Die Metallsachen lösen sich innerhalb kurzer Zeit auf und die Flaschen und Gläser werden hoffentlich schöne Wohnungen für Krebse und andere Kleintiere.
Für uns ist es in der Zwischenzeit schon so sehr zur Gewohnheit geworden Bananenschalen, Fischreste, Eierschalen und dergleichen über die Schulter einfach ins Meer zu werfen, dass es an Land in einem Restaurant schwierig ist diese angenehme Gewohnheit nicht auch dort zu praktizieren.
Posted by chico @ 10:45 PM CST [Link] [No Comments]