CHI ::: SAILING LOG
Thursday, May 29, 2003
Donnerstag, 29. Mai 2003
langsam gehts voran im intracoastal waterway. aber geschwindigkeit ist hier auch nicht wichtig. diese wasserstrasse die sich von miami bis nach new york erstreckt verlaeuft die meiste zeit parallel zur atlantikkueste. nur etwa 500 meter bis 5 kilometer im landesinneren. sie ist so zwischen 50 meter und einem kilometer breit, der fahrbare bereich meistens so um die 200 meter breit. das bedeutet den ganzen tag sehr aufmerksam sein damit man ja nicht ueber die markierungen rauskommt und im matsch stecken bleibt. die farbe des wassers ist fuer das bahamatuerkis geuebte auge eine einzige beleidigung. es wechselt zwischen truebmilchiggraugruen bis jauchebraun in allen schattierungen. die qualitaet des wassers ist trotzdem ausgezeichnet, nur die farbe ist so furchtbar.
wir haben noch nirgends auf unserer reise so viele delphine wie hier gesehen. den ganzen tag ueber tauchen links, rechts, vor oder hinter dem boot die flossen dieser lustigen gesellen auf. ueberhaupt gibt es hier unmengen von fischen, sogar ausgezeichnete speisefische. inzwischen sind wir so verwoehnt dass wir meistens nur 2 filets aus dem fisch schneiden und den rest wieder ins wasser werfen. wenn wir wieder hunger haben fangen wir uns eben einen neuen fisch.
das groesste problem hier im intracoastal ist das berechnen der tiden. je nach ebbe oder flut, breite oder tiefe der wasserstrasse, entfernung zum naechsten inlet, usw. entstehen unterschiedlich starke stroemungen die entweder nach norden oder sueden verlaufen. die kunst ist nun diese stroemungen optimal auszunutzen. wenn wir zb. 5 knoten fahrt machen und haben 2 knoten gegenstroemung, so kommen wir nur mit 3 knoten fahrt voran. haben wir die stroemung allerdings mit uns, so erreichen wir 7 knoten fahrt, sind also mehr als doppelt so schnell. da wir ja nicht gerade uebermotorisiert sind ist es fuer uns sehr wichtig genau auf die tiden zu achten. man kann aber nicht einfach sagen, so jetzt rinnt das wasser nach norden und das bleibt fuer die naechsten 6 stunden so, denn das bleibt nur bis zum naechsten inlet(das sind die stellen wo man den intracoastal waterway verlassen und aufs offene meer fahren kann), nach dem inlet hat man dann die stroemung wieder in die andere richtung. das wasser rinnt ja nicht die wasserstrasse rauf und runter, sondern von der wasserstrasse aufs offene meer oder umgekehrt. na ja, heute haben wir es super erwischt und sind immer genau zur richtigen zeit an der richtigen stelle gewesen. so haben wir uns etwa 2 stunden fahrtzeit erspart.
so und da vorne um die ecke haben wir am weg hierher einen richtigen alten saloon gesehen. mal sehen was da los ist.
Posted by chico @ 04:14 PM CST [Link]
Tuesday, May 20, 2003
Dienstag 20. Mai 2003
Fortsetzung von gestern
die bahamas haben mit abstand die weitlaeufigsten straende die wir bisher gesehen haben. kilometerlang geht es sandstrandmaessig dahin bis die pupillen weisse raender ueber dem tuerkisblauen wasser bekommen. das segeln hier ist allerdings relativ anstrengend, da man dauernd sehr genau aufpassen muss wo man entlang segelt. man kann natuerlich ueberall aussen herum auf 1000 meter wassertiefe segeln, aber wir wollten auch die geschuetzten innenbereiche zwischen den inseln und riffen sehen. dort faehrt man dann nur mehr auf 2 - 6 meter wassertiefe. und wenn man ein wenig zu viel von der route abkommt, dann faehrt man auf einmal ohne wassertiefe, oder besser gesagt man steht ploetzlich auf der stelle. das sollte nicht vorkommen, ist uns aber auch passiert, eindeutig ein fehler von chico. die karten die wir verwenden haben vorgegebene routen, die eine mindesttiefe von 6 fuss (1,8 meter) garantieren sollten. wir haben einen anderen weg versucht auf dem es auch noch 1,2 bis 1,5 meter tief sein sollte, also kein problem fuer uns. so dachten wir. zum glueck waren wir vorsichtig genug und sind nur ganz langsam in eine sandbank gerutscht. es war kein problem von dort wieder frei zu kommen.
durch die ganzen bahamas hatten wir sehr, sehr wenig wind und kamen unerwartet langsam voran, so dass wir fast jeden tag von sonnenaufgang bis sonnenuntergang unterwegs waren. die inseln und die ankerplaetze liegen immer so zwischen 30 und 70 seemeilen auseinander. normalerweise kein problem, aber bei wenig wind wird das nach einigen tagen sehr anstrengend. war aber nicht zu umgehen, da uns ein sicherer ankerplatz wichtig war und ist. am letzten tag, kurz vor unserem zielhafen - freeport auf grand bahama - erwischte es uns dann brutal.
wir beobachteten bereits ueber mehrere stunden, wie sich unmittelbar neben uns (2 - 3 meilen noerdlich) ein riesiges gewitter aufbaute und sich parallel zu uns fortbewegte. gleichzeitig entstand westlich ein zweiter gewitterherd der direkt nach osten auf uns zu lief. dann begann es zu regnen. wir waren gerade gut drauf und statt seemaennisch zu denken und zu handeln und die segel entsprechend einzureffen, holten wir haarshampoo und duschgel hervor und begannen uns im regen zu waschen. mittendrinnen, innerhalb von sekunden kamen die hammerboeen und nagelten auf uns und unser schiff nieder. nun war es natuerlich extrem schwer die segel zu bergen. der wind uebte so starken druck aus dass wir das boot nicht mehr in die richtige position zum reffen bringen konnten, die wassermassen schossen waagrecht auf uns zu, sichtweite maximal 3 meter, und erst nach 10 minuten schafften wir es gemeinsam das hauptsegel nach unten zu zerren. blitze schossen links und rechts von uns ins wasser aber zum glueck hatten wir nicht einmal zeit uns zu fuerchten. wenn wir segeln haben wir unseren aussenbordmotor immer hochgeklappt daher konnten wir nicht mit maschinenunterstuetzung in den wind fahren um die situation schneller in den griff zu bekommen. ein paar hundert euro schaden durch rausgerissene belegklemmen, gebrochene segellatten, eingerissenes vorsegel usw. werden uns sicher eine lehre sein. zuerst die seemaennischen sachen in ordnung bringen und dann den spass.
die bahamas selbst haben wir eigentlich viel zu schnell passiert. wir hatten kaum zeit uns irgendwo zu aklimatisieren, schon ging es wieder weiter. wenn wir wo ankerten dann auch nicht vor grossen staedten die es im suedlichen teil der bahamas ohnehin nicht gibt, sondern es waren hoechstens kleine doerfer mit vielleicht einem geschaeft, einer tankstelle und 2, 3 kneipen. keine internetcafes waren aufzutreiben und wenn wir mal irgendwo einen anschluss erwischten, dann zu horrorpreisen. so zbsp. in clearence town wo uns der hafenmanager(hahaha) anbot unseren eigenen laptop anzustecken. zum glueck fragten wir noch nach wieviel er denn dafuer haben will. er schlug alles bisher dagewesene 1,-- us dollar je minute, also 60 dollars fuer ein stuendchen, da sind ja die prostituierten hier noch billiger.
morgen gehts wieder weiter von fort pierce richtung norden. wir werden versuchen die aeusserst komplizierten tidenstroemungen im intracoastal waterway zu ueberlisten und halbwegs voran zu kommen. mal sehen wie das laeuft. mit den internetcafes duerfte es hier in amerika kein grosses problem sein. wie wir herausgefunden haben gibt es ueberall die oeffentlichen buechereien wo man sogar kostenlos, allerdings zeitlimitiert ins internet kann.
Posted by chico @ 02:20 PM CST [Link]
Monday, May 19, 2003
Montag 19. Mai 2003
U S A
wir habens geschafft. vor ein paar stunden sind wir ganz offiziell in die usa eingereist. von all den problemen und schwierigkeiten die wir von anderen seglern, von fachbuechern, von segelreiseexperten wie den trans ocean verein, usw. erfahren haben die es bei der einreise in die usa geben soll haben wir gott sei dank nicht viel gemerkt.
12 seemeilen vor der kueste, wo das hoheitsgebiet der usa beginnt haben wir uns ordnungsgemaess bei der us coast guard ueber funk angemeldet. leider konnten wir die jungs nicht richtig verstehen und so haben wir das procedere einfach abgekuerzt indem wir ihnen mitgeteilt haben wer wir sind, dass wir mit unserem segelboot kommen, haben ihnen unsere genaue position durchgegeben und noch gesagt dass wir uns spaeter noch mal melden werden. bei der einfahrt in den fort pierce inlet, das ist in florida zwischen miami und cape canaveral, haben sie uns dann schon erwartet, sind mit ihrem boot laengsseits gekommen und nach ein wenig small talk und dem ueberreichen eines zettels mit 3 telefonnummern sind sie wieder abgefahren. wir sollten diese nummern der einwanderungsbehoerde und des zolls anrufen und die wuerden uns dann sagen wies weiter geht und was wir zu tun haben. gleich nach dem festmachen im hafen haben wir natuerlich versucht dort jemand zu erreichen, aber nach 2 stunden hat der hunger gesiegt und wir haben auf unser boot zurueck gezogen um etwas zu essen. waehrend des essens kommt ein ami vorbei und fragt nach unserer flagge. ein gespraech beginnt, wir bitten ihn an bord, trinken wein zusammen, danach holt er 2 flaschen whiskey, der wird auch immer weniger und ein lustiger abend endet damit dass er uns den uebrigen whiskey gleich noch schenkt. ueberhaupt muessen wir bis jetzt sagen dass die amis extrem gastfreundlich und nett sind. bereits bei der einfahrt in die marina frage ich waehrend des anlegemanoevers ein benachbartes boot nach kaltem bier, worauf sofort 2 gut gekuehlte biere zu uns aufs deck fliegen. am weg vom steg zum marinabuero schenkt uns dann einer einen riesigen brocken einer melone und die meisten kennen uns schon bevor wir angelegt haben, weil hier alle den funk mithoeren und anscheinend waren unsere gespraeche mit der coastgard sehr lustig fuer sie.
nun, wie ist es heute morgen mit der einreise weitergegangen. ab 8 uhr morgens haengen wir wieder am telefon. wir koennen niemand erreichen. leute aus der marina helfen uns so weit sie koennen und versuchen selbst bei customs und immigration anzurufen, aber keine chance. gegen mittag wird es dem marina-manager zu bloed und er ruft den zoll am flughafen an. wir nichts wie rein ins naechste taxi, raus zum flughafen, 15 minuten mit einem sehr, sehr netten beamten gemeinsam formulare ausgefuellt - das meiste hat er selber geschrieben - und nach 20 minuten sind wir offiziell eingereist. keine zusaetzlichen beamten, behoerdenwege, laufereien, taxifahrten usw. , nein er hat alles fuer uns erledigt und das schiffspermit nach bezahlung von 19,-- us dollars (vergleicht mal mit den permitkosten in kroatien) gleich fuer ein ganzes jahr ausgestellt.
christian hat uns auf den bahamas verlassen. kurz nach unserer ankunft dort hat er mit zu hause telefoniert und nach dem er erfahren hat dass es warm ist, hat ihn wohl das heimweh und die sehnsucht nach tochter und motorrad gepackt und er hat uns mitgeteilt dass er am ende der bahamas heimfliegen wird. 10 wochen war er bei uns. danke fuer die schoene zeit und deine hilfe.
die ueberfahrt von den british virgin island zu den bahamas hat eigentlich gut begonnen. wir haben sehr gute tagesschnitte gemacht, bis ca. 120 meilen vor dem ziel. da war sendepause mit dem wind und wir haben fuer diese strecke statt 20 stunden etwa 65 stunden gebraucht. als wir so eines nachmittags mit 1/2 knoten fahrt durch den atlantik getrieben sind tauchen ploetzlich 4 etwa einen meter grosse goldmakrelen unter dem schiff auf und verschwinden nach kurzer zeit wieder. ich denke mir die kommen bestimmt noch mal, nehme meine harpune und setze mich auf die badeplattform. meine zehen, die im wasser gestreift sind,oder deren geruch duerften sie dann angelockt haben. sie erscheinen wieder, ich nehme die harpune und sekunden spaeter zappelt so ein riesiger fisch am speer. ein harter kampf im cockpit beginnt doch der fisch hat keine chance sobald er erst mal im cockpit ist. fuer die naechsten 2 tage war das essen gesichert.
meine pc zeit ist aus, mehr gibts morgen !!!!