CHI ::: SAILING LOG

Friday, April 25, 2003

die ersten beschwerden sind eingegangen weil es lange keinen eintrag gegeben hat. aber hier wo wir uns in der letzten zeit aufgehalten haben sind die internetcafes einfach schweineteuer. eine halbe stunde kostet us$ 10,-- oder mehr. und eine halbe stunde reicht im normalfall mal gerade um unsere emails zu checken und vielleicht noch um ein oder zwei davon zu beantworten. seid uns also nicht boese, wir hoffen in zukunft wieder regelmaessiger eintraege zu schreiben.

was war los in der vergangenheit.
wir sind inzwischen von domenica nach guadeloupe, danach ueber montserrat nach st.kitts, von dort weiter st.barths und st.martin, und in die british virgin islands. hier sitzen wir im moment und warten auf guenstiges wetter um die 500 seemeilen fuer die ueberfahrt auf die bahamas in angriff zu nehmen. wir hoffen dass es morgen losgeht, falls sich der tropische sturm der sich ueber den bermudas aufgebaut hat, aufloest.
die ueberfahrten zwischen den inseln verliefen teilweise recht nass und windig. so gab es zeiten wo der wind von 15 knoten urploetzlich auf 35 knoten auffrischte und binnen von minuten der himmel und das meer in einem einheitlichen grau verschmolzen, es wie aus kuebeln schuettete und die sicht sich auf weit unter einer meile reduzierte. 10 minuten spaeter, wir waren nass bis auf die knochen, die sonne schien wieder, wir konnten alle reffs ausbinden und der herrlichste segeltag nahm seine fortsetzung.
auf diesen ueberfahrten kommt es natuerlich zu tiefsinnigen gespraechen und jetzt muessen wir euch ersuchen uns weiterzuhelfen, da wir keine loesung gefunden haben. wir wissen alle 3 nicht mehr warum im maerchen haensel und gretel das haus der eltern verlassen haben und sich im wald verirrten. wurden sie von den eltern verstossen? und wie ist das maerchen ausgegangen? wo sind haensel und gretel hingegangen?
vor st. kitts, wo wir uns illegal aufhielten (ohne einzuklarieren) machten wir den fang unseres lebens. ein haifisch an der angel. leider nur fuer kurze zeit. natuerlich hat das monster die leine einfach durchgebissen und ist mit haken und koeder (das letzte stueck wurst) fortgeschwommen.
bei der fahrt von montserrat nach st.kitts hatten wir mitten am offenen meer einen unprogrammierten stop. die fahrt verringerte sich von 7,5 knoten auf 0 innerhalb von einer sekunde. wir hatten mit dem ruderblatt in einem fischernetz eingefaedelt. christian sprang mit der machete auf die badeplattform und mit einem hieb war das fischernetz gekappt und wir waren wieder frei.
st.barths und st.martin - das war das was wir nicht unter karibik verstehen. tourismus, shops ueberteuerte restaurants usw. auf den wegweisern in den strassen stehen keine ortsbezeichnungen, sondern man wird zu levis, dkny, channel, tag heuer, stern usw. geleitet. crazy.

in st. martin, das zur haelfte franzoesisch und zur anderen haelfte, st. maarten, hollaendisch ist, hatten wir riesen probleme mit schlechtem benzin. die tankstelle hat uns irgendeinen vollkommen versauten, veroelten benzin verkauft. zum glueck hatten wir ihn nur in den aussenbordmotor fuers beiboot gefuellt. leider waren wir da gerade 2 meilen vom boot weg und ein netter neuseelaender, der auf einer riesigen motoryacht arbeitet hat uns mit seinem dingi zurueck geschleppt. halleluja hiess diese motoryacht, halleluja frohlockte es auch in uns, denn sonst waeren wir bis in die finstere nacht gerudert.
3 mal wurde der motor zerlegt und gereinigt bis alles wieder funktionierte. den benzin konnten wir vergessen und haben ihn in der zwischenzeit einem tankwart geschenkt.

wir werden uns dann von den bahamas wieder melden. hofft mit uns auf guenstige winde und nicht zuviel wellen und regen. 3 - 6 tage wird die ueberfahrt dauern.

Posted by chico @ 08:31 AM CST [Link]

Saturday, April 5, 2003

Samstag 5. April 2003

wie unsere stammleser alle wissen sind wir auf dem weg nach amerika. in grenada haben wir erfahren dass die einreise nur mit einem gueltigen visum im pass !!!!!! moeglich ist. wir haben uns natuerlich sofort mit dem dortigen us-konsulat in verbindung gesetzt. die antwort war sehr simpel. bei einreise mit der eigenen yacht ist ein visum noetig. allerdings das konsulat in grenada kann das nicht ausstellen, weil sie keinen full service haben. aber die gute nachricht - wir kriegen das auch bei der einreise in die usa nur kostet es ca. doppelt so viel. daraufhin war fuer uns klar, nicht nach trinidad zur dortigen botschaft, sondern direkter weg usa. in der zwischenzeit haben wir mit einigen leuten die schon laenger in der karibik unterwegs sind gesprochen und von allen die gleiche antwort - ohne visum keine einreise. anrufe bei der botschaft in trinidad, barbados, sowie der immigration in st.croix usw. brachten alle das selbe ergebnis - keine einreise ohne visum mit der eigenen yacht. wenn man mit dem eigenen fahrzeug einreist gilt man in amerika als ALLIEN - kein scherz. nun, wir ausserirdischen werden nicht aufgeben und unser ufo irgendwie in die staaten bringen. jedes gesetz hat schliesslich luecken oder freundliche beamte. eine moeglichkeit ist von tortola mit der faehre nach st.thomas, dadurch reist man mit einem oeffentlichen fahrzeug ein. kommt man dann einen tag spaeter mit der eigenen yacht, war man ja in den letzten 90 tagen in usa und die aufenthaltsgenehmigung wird um die differenztage verlaengert. jetzt bleibt noch die frage gilt das auch fuer usa-festland oder nur fuer usa-inseln. darauf konnten wir noch keine antwort erhalten, wir werden es probieren.
soviel zu usa, dem grossen freien, liberalen, unabhaengigen land, hahaha.

wir sind inzwischen auf domenica, nicht zu verwechseln mit der dominikanischen republik. dies ist die gruenste, regenreichste, untouristischste insel der ganzen karibik. wie wir gestern bei der ueberfahrt von martinique, wo wir uns fuer 1 tag illegal aufgehalten haben, festgestellt haben, wird hier auch der wind gemacht. wir wussten manchmal ueberhaupt nicht mehr wieviel oder wie wenig segel wir setzen sollten. extreme boen bis 44 knoten, sekunden spaeter wieder absolute windstille, danach wind mit 25 knoten aus der gegenrichtung. einfach horror. nachdem eli mich seit dem mastbruch immer zwingt (gott sei dank) frueher als eigentlich noetig zu reffen, sind unsere segel nicht zerfetzt und noch immer einsatzbereit. den einzigen schaden den wir im moment haben - der kleber des bodens vom dingi hat sich zum teil geloest. heute vormittag sind wir geschlagene 2 stunden durch roseau, die hauptstadt von domenica, gelatscht um aceton zum anloesen des pvc zu bekommen. ohne aceton kriegt man keine ordentliche verbindung des neuen klebers mit dem pvc zustande.

jetzt werden wir noch etwas einkaufen gehen (heute gibts fischsuppe und nusspalatschinken) und dann zum boot zurueckschwimmen. ohne dingi keine andere moeglichkeit. hier ist nix mit marina oder anlegesteg oder so.

Posted by chico @ 08:27 AM CST [Link]


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