CHI ::: SAILING LOG
Jamaika, 6.3.2004
3 bis 4 Tage wollten wir in Jamaika bleiben. Es sollte nur ein kurzer Zwischenstop auf dem Weg von Kuba nach Panama werden. Inzwischen sind wir schon 3 Wochen auf der Rum Insel. Was haelt uns hier so lange? Die schoenen Frauen? Leider nein. Zuerst warteten wir auf Elis Schwester und Ihre Mutter die auf einen Kurztrip von New York nach Montego Bay, fuer ein paar Tage vorbeikamen.
Beim Aussenborder fuer das Dinghi gab ein Elektronikregelteil seinen Geist auf. Und der Yamaha Haendler in Jamaika ist nicht so wirklich gut sortiert mit seinen Ersatzteilen. Das Teil musste also in Amerika bestellt und hierher geliefert werden, was natuerlich entsprechend Zeit benoetigt. Wir rechnen aber fest damit bis morgen wieder motorisiert zu sein.
Das fast immer vorherrschende gleichmaessige schoene Wetter mit Wind so um die 15 – 20 Knoten aenderte sich und wir haben seit einer Woche taeglich um die 30 Knoten Wind. Das ist auf einem Ankerplatz, wenn er nicht bestens geschuetzt ist, nicht besonders lustig. Wenn man dann keinen starken Motor hat und an Land rudern muss, so ueberlegt man sich jede Fahrt dreimal. Eine Wegstrecke ist ja ganz angenehm mit dem Wind zu rudern, nur irgendwann muss man auch wieder zurueck.
Der Ankergrund hier in der Bucht beim Montego Bay Yacht Club besteht aus nicht besonders gut haltendem Lehm. Dies wurde einem franzoesischen Ehepaar fast zum Verhaengnis. Waehrend wir gemeinsam mit Ihnen zum Einkaufen im Supermarkt waren, fing Ihr Boot an zu driften. Zum Glueck prallte es auf „Ace“, einer wunderschoenen 49 Fuss Koepmann Yacht, die Henk dem Hollaender gehoert, der sich zufaellig an Bord befand. Er fing das Boot der Franzosen auf und befestigte es an seinem bis zu deren Rueckkehr.
4 Tage spaeter, 2230 Uhr abends. Ich hatte gerade die Zaehne geputzt, schaute noch mal aus dem Fenster um den Abstand zu den anderen Booten zu checken und wollte mich endlich schlafen legen. Da faellt mir auf dass Henks Schiff seine Position veraendert hatte. Ich gehe an Deck und will das genauer sehen. Tatsaechlich driftet seine schoene Yacht genau auf 2 Wracks zu. Den grossen Handscheinwerfer heraus und sein Schiff angeleuchtet – nichts ruehrt sich. Schreien so laut es geht – nichts ruehrt sich. Also das Dinghi ins Wasser. Eli und ich rudern was das Zeug haelt. Mit dem Paddel dresche ich auf sein Aluboot und ein paar Sekunden spaeter stehen Henk und seine Frau Anja an Deck. Sofort wissen die beiden was zu tun ist, um das in der Zwischenzeit genau zwischen die 2 Wracks gedriftete Boot in Sicherheit zu bringen.
Und am naechsten Tag ist es bei uns soweit. Wir sind nachmittags zum Eisessen in die Stadt. Als wir zurueck kommen hat sich die Schiffsposition um ca. 30 Meter veraendert. Wir sind gefaehrlich nahe bei der naechsten Yacht. Erst als wir an Bord kommen sehen wir dass ein zusaetzlicher Anker ausgebracht wurde. Henk, den wir in der Nacht davor gerettet haben, hat bemerkt dass sich unser Boot ganz langsam bewegt hat. Mit seinem Reserveanker hat er unser langsames Abdriften gestoppt.
Fuer alle Ankerspezialisten ein paar Details. Der Franzose hat eine 39 Fuss Yacht, einen 23kg CQR-Anker und ca. 30 Meter Kette bei 5 Meter Wassertiefe. Henk hat eine 49 Fuss Yacht, einen 32kg CQR-Anker und ca. 18 Meter Kette bei 2,5 Meter Wassertiefe. Wir, mit unserem 32 Fuss Katamaran hatten einen 16kg Brittany-Anker mit 25 Meter Kette sowie einen 23kg CQR-Anker mit 10 Meter Kette und 15 Meter Seil bei 2,5 Meter Wassertiefe. Also eigentlich waren alle 3 Boote fuer 30 Knoten Wind ausreichend verankert.
Noch ein Problem haben wir. Einer unserer Autopiloten liegt in Linz und sollte dringend nach New York zur Reparatur. Also bitte, falls jemand in naechster Zeit nach New York fliegt und den Autopiloten mitnehmen kann, bitte, bitte bei uns melden. DANKE
Posted by chico @ 01:50 PM CST [Link] [No Comments]