CHI ::: SAILING LOG
10. Februar 2005
Es ist frueher Morgen und ein transsexueller Kuna Indianer holt uns mit seinem Kajuco ab. Wir sind insgesamt 8 Leute die mit 3 Einheimischen eine Tour in das Festland machen. Zuerst geht es mit dem Kanu von unserer Insel uebers offene Meer (alle sind waschelnass) danach durch einen atemberaubenden kleinen Fluss. Als auch das sehr flach gehende Kanu nicht mehr weiter kommt, heisst es marschieren. Stundenlang geht es durch den Dschungel, ueber Bergruecken mit unglaublichen Ausblick bis wir zum Oberlauf des Flusses kommen. Da heisst es natuerlich wieder mal mit Suesswasser duschen, ueber Wasserfaelle springen und uns auffuehren wie kleine Kinder. Die Fuehrer erklaeren uns vielerlei Pflanzen und wozu oder wogegen sie verwendet werden. Wir kommen an sonderbaren Friedhoefen vorbei und erfahren ueber die Begraebnisriten der Kunas. Puenktlich zum Sundowner sind wir wieder am Boot zurueck.
Jetzt ist unser Schiff sicher vor Green Island mit 2 Ankern verankert. Gleich am Tag nach unserer Ankunft hatten wir einen Mega Schock zu ueberstehen. In der wunderschoenen Lagune der Insel schwimmt ein Krokodil. Nicht sehr gross - ca. 2 Meter - aber irgendwie macht es doch nervoes wenn man gemeinsam mit so einem Viech zum Schnorcheln geht. Man weiss ja nie wie hungrig die gerade sind.
Vor 2 Tagen auf einmal ein Notruf ueber die Funkanlage. Alle Segler sind hier immer auf Stand By auf Kanal 72 mit ihren VHF Geraeten. "The Trimaran is burning, we need help". Einige Segler fangen an zu diskutieren, ja welcher Trimaran denn, in welcher Bucht, vor welcher Insel, wollen eine genaue GPS Position haben usw. Wir schnappen unseren Feuerloescher, springen damit sofort in unser Dinghi und mit Vollgas geht es zu dem Trimaran der in unserer Bucht ankert. Falls es der Falsche ist, na ja dann haben wir halt ein paar Tropfen Sprit umsonst verfahren, aber bei Feuer muss es schnell gehen, sonst ist es zu spaet. Als wir das Boot erreichen sehen wir schon dicken Rauch aus seinem Heck steigen. Wir werfen den Feuerloescher einem Hollaender zu, befestigen unser Beiboot und klettern auf den Trimaran. Es wird eine Menschenschlange gebildet und mit Wasserkuebeln werden einige hundert Liter Meerwasser ins Boot geleert. Nach ein paar Minuten heisst es, Gott sei Dank, "Brand aus". Feuer ist so ziemlich das Schlimmste das passieren kann. Und auch hier war es nur eine klitzekleine Ursache die zum Brand fuehrte, wie wir spaeter vom gluecklichen Skipper erfahren. 2 Kabel des Autopiloten waren durchkorrodiert und hatten Kontakt. Irgendwie war dann dadurch das Feuer ausgebrochen und hat sich rasend schnell in dem grossen Maschinenraum des Bootes ausgebreitet. Waere der Skipper zu dieser Zeit nicht zufaellig an Bord gewesen, sein Boot wuerde jetzt als Wrack am Grund der Bucht liegen.
Nach einem naechtlichen Trip, von ueber einer Stunde in absoluter Dunkelheit, mit unserem Dinghi zwischen den Korallenkoepfen und ueber Riffkanten, kamen wir gluecklich am Flugplatz in Nargana an. In den Tagen zuvor hatten wir versucht uns an Hand von Huegeln und Inseln, die als Schatten erkennbar sind, einen Kurs durch das gefaehrliche Gewaesser einzupraegen. Ein kleiner Fehler und zumindest der Propeller ist kaputt. Der Flieger von Nargana nach Panama City geht bereits um 06:45 in der Frueh und da kommt gerade erst die erste Morgendaemmerung ueber den Horizont. Das Boot haben wir lieber in Green Island gelassen, als damit nach Nargana zu fahren. Erstens liegt es dort sehr sicher verankert, zweitens passt unser Freund Roman, der daneben ankert auf unser Schiff waehrend unserer Abwesenheit auf. Wir sind bereits wieder seit 3 Monaten in Panama und muessen das Land verlassen. Daher haben wir uns entschlossen nach Costa Rica fuer ein paar Tage auf Urlaub zu fahren. Wir wollen in die Berge, zu den Vulkanseen und den heissen Quellen um darin zu baden. In 2 Stunden geht unser Bus, der uns morgen Frueh in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas, absetzen soll.
Posted by chico @ 07:08 AM CST [Link] [No Comments]