CHI ::: SAILING LOG
16. Februar 2004
Manzanillo, ein name wie aus einem james bond film, war fuer uns die erste wirklich kubanische stadt kubas. kein tourismus, nur kubaner. ein liebenswerter stadtkern mit alter kubanischer musik, kubanischen kubanern und kubanischen preisen. hier gibt es noch keine us-dollars, sondern man zahlt alles in pesos. wir hatten ein kleines problem unsere letzten pesos (ca. 12,-- us dollar) ueberhaupt loszuwerden. um das klar zu machen wie billig man hier leben koennte ein kleines beispiel.
auf dem weg in die stadt kamen wir an einer baeckerei vorbei und kauften jeder einen lebkuchen. danach gabs eine pizza. in der stadt genehmigten wir uns jeder 5 riesige eiskugeln, hinterher als nachspeise einen kuchen und noch eine eiskugel, dazu ein kaffee. um das besser verdauen zu koennen einen austern cocktail. das ganze kostete dann je person 11 pesos. das sind ungefaehr 45 cent !!!!!!
an unserem letzten tag in cuba gabs noch eine riesen aufregung bei den einheimischen fischern. eine nixe ist dem meer entstiegen. und von ueberall sind sie zusammengelaufen.
wir waren mit dem boot an einem betonsteg und der wind drehte. wellen waren die natuerliche folge und unsere befestigungsleinen wurden bis zum aeussersten beansprucht. wir verliessen also den pier und ankerten in der naehe des guarda postens, wo wir ohnehin ausklarieren mussten. leider war dort schlechter grund und wir mussten ein wenig weiter vom ufer weg ankern. als es dann ans ausklarieren ging sagte uns die zollbehoerde wir sollten wieder an den steg gehen, damit sie an bord koennen. wir verweigerten natuerlich ihr ansinnen und blieben vor anker. woraufhin elena ins wasser sprang, unsere papiere und paesse wasserdicht verpackt, und ans ufer schwamm. jetzt erwarteten die fischer dass sie sich ausziehen wuerde und waren fast nicht mehr zu halten. leider, fuer sie, streifte sie einfach ein trockenes t-shirt und eine kurze jean ueber und ging zum guarda posten.
dort wurde dann wieder einmal der ganze kommunistische offiziellenapparat in gang gesetzt und insgesamt 6 beamte hauten ihre stempel auf diverse papiere. am ende der ganzen prozedur erklaerten sie dann, dass wir nicht ausreisen duerften, da sie nicht befugt sind boote die ins ausland fahren abzufertigen. wir muessten nach santiago de cuba segeln.
santiago de cuba, die zweitgroesste stadt des landes, hatten wir aber insgeheim schon laengst von unserer reiseroute gestrichen. es waeren bis dahin 120 meilen gegen 20 knoten wind und 2 - 3 meter welle. das wollten wir uns nicht antun. und so kam es wie es kommen musste. manzanillo wurde unsere letzte station in cuba. flucht? nein. wir sind einfach statt nach santiago de cuba richtung sueden gesegelt. und da liegt genau Jamaica. die ersten paar meilen noch ein wenig ein ungutes gefuehl ob sie uns die coast guard hinterherschicken, aber das hat sich schnell gelegt.
unser resuemee ueber cuba. die freundlichsten leute die wir bisher getroffen haben. leider sind sie durch das herrschende system sehr arm. es gibt so gut wie keine kriminalitaet. wenn man mal weiss wo und wie man in cuba die notwendigen sachen kriegt gehoert es mitunter sicherlich zu den weltweit billigsten laendern. in den touristenorten, speziell havannah oder cayo largo, gelten diese aussagen nicht unbedingt. teilweise wunderschoene, ewig lange, unberuehrte voellig menschenleere straende. wenn man will kann man wochenlang robinson crusoe spielen.
da wir durch unsere nicht offizielle ausreise wahrscheinlich so lange der gute fidel castro lebt nicht mehr nach cuba duerfen, entfaellt es als zukuenftiges reiseziel. sonst wuerde es ganz oben auf der liste stehen.
wir sind also im moment in Montego Bay in Jamaica. ein bisschen relaxen, reggae tanzen und rum trinken. grosse supermaerkte geniessen, wo wir unsere geschrumpften vorraete wieder aufstocken koennen. ein paar reperaturen am boot. ein wenig sight seeing.
in einer woche wird es dann weiter gehen zur nord panamesischen kueste. genauer gesagt zu den san blas inseln.
dieser archipelago di san blas, wie es offiziell heisst, besteht aus ca. 300 kleinen inseln, teilweise bewohnt, teilweise leerstehend. die bewohner sind die Kuna Indianer. sie verwalten sich groesstenteils unabhaengig von der panamesischen regierung. leben noch in den alten stammeshuetten, fahren mit kleinsten kanus durchs offene meer. wenn man auf einer insel ankommt muss man zuerst einmal zum haeuptling gehen und um erlaubnis fragen ob man sein dorf ueberhaupt betreten darf.
soweit unser wissen aus buechern und erzaehlungen anderer segler. wir werden sehen was uns die naechsten wochen bringen.
leider wissen wir auch nicht ob es dort schon internet gibt. auf den meisten inseln gibt es keinen strom. wir freuen uns schon riesig auf diese erfahrungen mit den indianern.
Posted by chico @ 09:37 AM CST [Link] [No Comments]