CHI ::: SAILING LOG
Mit Hilfe unseres Satellitentelefones koennen wir jetzt auch von Bord aus
unsere Emails checken. Es ist der 6. Dezember abends und wir lesen dass
unsere Freunde am naechsten Tag ihren Geburtstag in den Cayo Hollandes
feiern wollen. Also wieder nichts mit nur angenehmen Leben. Um 0700 Uhr in
der Frueh heisst es wieder Anker auf und wir machen uns auf den Weg gegen 25
Knoten Wind zur Geburtstagsfeier in den Cayo Hollandes um puenktlich am
Abend dort zu sein. Der Wind dreht so weit noerdlich dass wir gerade noch
gute Hoehe bei ansprechender Geschwindigkeit laufen koennen. Wir kommen zur
Einfahrts Riffpassage, starten den Motor und bergen die Segel. Mitten in der
Einfahrt hat der Motor ploetzlich keine Leistung mehr. Er laeuft noch,
bringt aber keinen Schub mehr. Wir treiben auf das Riff zu. Wassertiefe 22
Meter und eine senkrechte Riffwand, dazu 2,5 Knoten Stroemung. Der Anker mit
25 Meter Kette rauscht runter. Unsere einzige Hoffnung ist, dass er irgendwo
bei einem kleinen Riffkopf am Grund einhakt und unser Aufprall auf dem Riff
verhindert wird. Eli funkt einige Yachten an, die in der Bestens
geschuetzten Lagune ankern, damit sie uns mit Ihren Dinghis zu Hilfe kommen
und uns vom Riff moeglichst schnell runter holen, sobald wir draufsitzen.
Wir haben riesiges Glueck. Der Anker greift tatsaechlich irgendwo und wir
stoppen keine 2 Meter von der Riffwand entfernt. Die Minuten bis zum
Eintreffen der Helfer vergehen endlos langsam. Haelt der Anker oder treibt
es uns weiter? Als der erste Helfer fast unser Boot erreicht hat, laeuft
unser Motor auf einmal wieder voellig normal, als waere nie etwas gewesen.
Wir koennen uns schliesslich aus eigener Kraft von dem gefaehrlichen Ort
retten und fahren unter Begleitschutz zweier Dinghis zu einem sicheren
Ankerplatz.
Die naechsten Tage sind ausgefuellt mit kleinen Arbeiten am Boot,
Schnorcheln, Fische jagen und ein wenig den Tag geniessen. Dann wird es
Weihnachten und wir machen uns auf den Weg zu den Coco Banderas. Eine
Inselgruppe, wo wir uns mit einigen oesterreichischen und italienischen
Seglern zur Weihnachtsfeier verabredet haben. Und es wird ein schoenes
Weihnachtsfest. In der Frueh holt ein Boot vom Festland das bei den Kuna
Indianern bestellte Schwein ab. Inzwischen wird das Grillfeuer angeheizt und
die letzten Vorbereitungen fuer den Abend werden getroffen. Als YUK mit der
toten 50 kg Sau im Dinghi ankommt, muss diese erstmal praepariert, gewuerzt
und anschliessend auf den eigens fabrizierten 3 Meter langen Spiess gesteckt
werden. Nicht einfach bei lauter Sau-maessigen Laien, aber ein riesen Spass.
Insgesamt feiern die Mannschaften von 22 Booten ein unvergessliches
Weihnachtsfest. Und so unglaublich es klingt, hier auf dieser kleinen Insel
im Nirgendwo treffe ich nach 16 Jahren einen Oesterreicher wieder, mit dem
ich damals meine erste eigene Firma hatte. Josef ist jetzt auch mit seiner
Frau unterwegs um die Welt.
Posted by chico @ 10:14 AM CST [Link] [No Comments]