CHI ::: SAILING LOG

Monday, January 27, 2003

Montag 27. Jaenner 2003

auch im paradies gibt es termine. in den letzten tagen hatten wir sehr viele. wir haben uns hier gut eingelebt und kennen inzwischen eine menge leute. wenn wir von irgendwoher zurueck zu unserem boot wollen, fuehrt kein weg am LIME INN vorbei. und es ist egal zu welcher tageszeit wir daran vorbeigehen immer sitzt irgendjemand dort und ruft uns zu - hey, come over for a drink. und man will ja schliesslich niemanden beleidigen. lime kann man nicht woertlich uebersetzen und bedeutet hier soviel wie "hang out with friends" - ein guter name fuer ein lokal.
wir haben aber nicht nur "gelimed", sondern auch fleissig gelernt. wir sind jetzt gepruefte padi open water divers. ein ganzes buch war zu lernen. der erste tauchgang war natuerlich nur im chlorwasserverseuchtem pool aber danach gings ab ins bunte meer. eigentlich keine grosse hexerei bis auf das abnehmen und ausblasen der maske. bei den ersten tauchgaengen waren vor allem die uebungen im vordergrund, aber beim letzten tauchgang konnten wir die praechtige unterwasser farbenwelt in vollen zuegen geniessen. morgen gehts gleich zum naechsten tauchabenteuer. hier gibts eine menge tauchschule und wir glauben wir haben die beste davon erwischt. neueste ausruestung, alles sehr gut gewartet, und wir hatten das gefuehl hier bei "extra divers - tobago" liegt ihnen eine gute ausbildung der schueler wirklich am herzen.

anfang der woche sind wir mit dem boot auf ein riff aufgelaufen. es war finstere nacht, kein mond, der propeller krachte. mitten zwischen den korallenkoepfen eingeklemmt konnten wir uns nur noch durch paddeln befreien. glueck gehabt dass das ganze nur mit dem schlauchboot passiert ist.

gestern war wieder einer dieser perfekten tage. samstag abend verabredeten wir uns mit alex und marlon fuer sonntag nachmittag bei uns am boot. kurz vor mittag brauste marlon mit dem motorboot vorbei und sagte "i go and catch some lobster, start cooking potatoes". und er brachte ein riesiges tier mit 1,5 - 2 kg. damit fing ein kleines problem an. wir haben keinen kochtopf wo so ein riesiger lobster hineinpasst. also auf ins naechste hotel und einen topf ausgeborgt. gemeinsam wurde unter vielen witzen das lebende riesentier in den noch immer zu kleinen topf gestopft und dann mit der rohrzange zerlegt. wer braucht schon eine hummerzange? bis zum sonnenuntergang schlemmten wir, koestlich. eine baldige wiederholung ist in planung.

wir werden jetzt auf dem heimweg versuchen beim lime inn ungesehen vorbeizukommen !

Posted by chico @ 08:23 AM CST [Link]

Wednesday, January 15, 2003

15. jaenner 2003

wir glauben es ist mittwoch. das datum kann ich von der uhr ablesen aber welcher tag gerade ist sieht man erst wieder sonntags wenn sich hier alle in ihre beste kluft schmeissen und zur kirche schlendern. im moment spielt fuer uns zeit keine grosse rolle.
luxus pur. die ersten tage verbrachten wir in einem riesigen haus mit pool, grosser kueche und ganz wichtig, waschmaschiene und trockner. elenas mama und ihre schwester herta kamen am 9.ten nach charlotteville und segelten mit uns zu ihrem urlaubshaus im sueden von tobago. wir sicherten chi mit 2 anker in einer gut geschutzten bucht und zogen in das nahe gelegene haus. am ersten abend waren wir eingeladen zu einem sundowner wie man ihn nur selten erlebt. superhaus am hang, blick ueber 3 buchten, swimmingpool der ueber die hangkante zu rinnen scheint, rumpunch in der hand, nette leute um sich. sven, ein freund von herta hat dieses haus fuer seinen weihnachtsurlaub gemietet.
herta zeigte uns viel von tobago mit all seinen facetten von superstraenden bis hin zum regenwald. stellte uns leuten vom lokalen tourist buero sowie von der tauchschule vor. wir werden naechste woche einen tauchkurs machen, damit wir auch die herrliche unterwasserwelt so richtig geniessen koennen.
leider ist elis familie am 12.ten jaenner wieder zurueck in die kaelte von new york geflogen.
wir versuchen jetzt schoen langsam einen gewissen lebensrhythmus zu finden. morgens aufstehen und schwimmen gehen, dann fruehstueck im cockpit, danach wird entschieden ob wir uns am riff einen fisch harpunieren oder ob wir einen vegetarischen tag einlegen. mit papajas, bananen oder mangos alles frisch aus dem wald. vorgestern haben wir eine niedrige kokospalme gefunden. ich bin raufgeklettert (fuer einen alten bergfex kein problem) und wir hatten unsere erste eigene trink-kokosnuss. gestern hatten wir den ganzen tag am schiff verbracht, sind viel geschwommen, geschnorchelt und haben ein bisschen am boot gearbeitet.
das internetcafe ist 5 km von der bucht entfernt wo wir liegen. hier in tobago ist das oeffentliche verkehrssystem mindestens genau so unter dem hund wie in oesterreich. dafuer funktioniert aber das private system hervorragend. alle autos mit einem H als anfangsbuchstaben im kennzeichen sind private taxis. man winkt ihnen einfach und wird fuer ein paar TT$ gerne zum gewuenschten ort gebracht.
wir haben uns sehr gefreut ueber die vielen glueckwuensche von euch. es ist wirklich schoen zu sehen dass ihr uns noch nicht vergessen habt. DANKE.

Posted by chico @ 10:10 AM CST [Link]

Friday, January 10, 2003

10. jaenner 2003

tobago. wir haben es gefunden. 3004 seemeilen quer ueber den atlantik und genau dort wo wir hin wollten. 20 und einen halben tag auf see ohne land. der landfall in tobago war natuerlich wieder einmal auesserst spektakulaer.
am beginn der reise ging es sehr langsam voran. 3 tage sehr, sehr leichter wind, spiegelglatter atlantik, und unsere ankunftszeit vorausberechnungen haben sich irgendwo bei 8 - 9 wochen eingependelt. doch dann gings los. wind, etwas mehr wind, und danach 2 tage lang mit bis zu 40 knoten, wellen hoeher wie haeuser, und wir mit unserer nussschale mitten drin. eli hatte die hose voll. so grosse wellen hat sie noch nie gesehen. nach einem tag gings dann besser. der mensch ist ein gewohnheitstier.
der 24. dezember war sehr ruhig und besinnlich. wunderschoene weihnachten. neptun schenkte uns am 25. den ersten fisch. eine 80 cm lange goldmakrele. wir schnitten nur die filets raus und konnten 2 tage davon essen. der wind hatte sich auf eine angenehme staerke von 15 - 20 knoten eingependelt, kam aus der richtigen richtung und trieb uns endlich mit der gewuenschten geschwindigkeit richtung karibik. 2 mal trafen wir andere schiffe. das erste war ein 300 meter langer supertanker, der sogar seinen kurs fuer uns um 90 grad aenderte. natuerlich haben wir ihn angefunkt und uns dafuer bedankt. er meinte nur "no problem" und versprach noch ein email an unsere familie zu schicken, damit sie wissen dass wir ok sind.
das zweite schiff war eine kleine englische segelyacht. es ist wirklich unglaublich in diesem riesigen gewaesser eine andere yacht zu treffen und noch dazu fast damit zu kollidieren. wir hatten funkkontakt mit ihnen. ein englisches paar auf dem weg von den kap verden nach antigua.
die tage vergingen sehr schnell. nachts dauerte es manchmal etwas laenger. wir hatten unsere schicht im 3 stundenrhytmus von 8 am abend bis 8 uhr morgens eingeteilt. danach gabs fruehstueck mit frischem selbstgebackenem brot, danach wurde die schleppangel rausgehaengt damit das mittag oder abendessen gesichert war. war der fisch fuer ein essen zu gross, so hatte die angel urlaub.
duschen funktionierte ganz super. mit kuebel und duschgel bewaffnet gingen wir aufs netz und leerten uns gegenseitig das warme atlantikwasser ueber die koerper. taeglich wurde die wassertemperatur heisser.
eigentlich waren wir den ganzen tag beschaefftigt. wir haben viel gelesen, aufwendig gekocht, irgendwelche kleine reparaturen am boot vorgenommen, das notebook endlich am gps angeschlossen damit wir die genaue position unseres schiffes auch auf den elektronischen seekarten verfolgen konnten, backgammon gespielt (inzwischen sind wir genau gleich gut, es entscheidet nur das wuerfelglueck wer abwaschen muss), ........
es ist unglaublich wie interessant es sein kann stundenlang aufs wasser zu sehen. jede neue welle ist anders, alles ist in bewegung, fliegende fische (auch mehrmals am schiff), schildkroeten, voegel, delfine .... es ist vergleichbar mit dem auto durch berg und huegellandschaft zu fahren. und natuerlich nachts, dieser unglaubliche sternenhimmel.
3 tage vor der ankunft wurden wir nervoes. wir rechneten herum wann genau mit welchem speed wir ankommen wuerden. haben das zweite reff eingebunden um langsamer zu sein und erst im morgengrauen und nicht bei nacht anzukommen. es funktionierte nicht. wir waren wieder einmal zu schnell. am nordriff von tobago viel zu knapp vorbei - die stroemung - und das leuchtfeuer funktionierte natuerlich nicht. es war schwarze nacht und wir hoerten nur das tosen der brandungswellen gegen die korallen schlagen. wir konnten nichts, aber schon ueberhaupt gar nichts sehen. alle 10 minuten zeichneten wir unseren standort auf der karte ein um nur ja nirgends dagegen zu krachen. die versetzung durch die wellen und die stroemung sind unberechenbar (fuer uns). dann kam noch die einfahrt in die bucht von charlotteville. ueberraschenderweise sprang der motor sofort an (Yuhuuu). die segel waren schnell geborgen und fender und festmacherleinen, um an den zollpier zu gehen, ausgebracht. dann motorten wir ganz langsam in die schwarze bucht auf die lichter der stadt zu. laut karte und computer sollte dort ein sektorenfeuer sein nach dem man ganz easy reinfahren kann. natuerlich gab es dieses feuer nicht. ausser einem roten blinklicht war nichts. wir bewegten uns im schrittempo in die bucht und ploetzlich waren ca. 20 ankernde yachten nur wenige meter vor uns. die waren in der dunkelheit vor der beleuchteten stadt nicht zu sehen. natuerlich hatte auch keiner die ankerbeluchtung eingeschaltet. in diesem moment begriffen wir auch dass es keinen zollpier gibt. also stuerzte eli nach vorne, riss den anker aus seinen traeumen und versenkte ihn auf 20 meter tiefe. es war geschafft. nirgends angefahren, sicher vor anker. langsam begann sich der adrenalinausstoss zu normalisieren und der puls ging wieder normal. wir sassen im cockpit und konnten es fast nicht glauben. wir hatten es geschafft, wir zwei!
am naechsten morgen klarierten wir offiziell ein. das groesste problem dabei war das liebe geld. wir hatten nur euros und in der ganzen stadt gabs keine bank. der liebenswerte zoellner sperrte daraufhin einfach seinen laden zu und spazierte mit uns 2 stunden lang von geschaeft zu geschaeft, in jedes lokal, zur tauchschule, aber noch niemand hatte jemals euros gesehen und wollte oder konnte diese auch nicht wechseln. alle schauten auf die schoenen bunten scheine und fragten nur "whats that?" auf unsere bedaeuerung "its real money" schuettelte nur jeder freundlich laechelnd den kopf. ein netter englischer segler wechselte uns dann 20,- us$ und wir konnten einreisen.
30 grad im schatten, sonne, sand und meer. das wasser ist tuerkisblau,......

Posted by chico @ 06:34 AM CST [Link]


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